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Da alle Gliederfüßer im Gegensatz zu
Wirbeltieren ein Exoskelett besitzen, eine harte Chitinhülle, die
nicht mitwachsen kann, müssen sie sich - und somit auch die
Vogelspinnen - im Laufe ihres Lebens immer wieder dieser harten
Schale entledigen, um Weiterwachsen zu können. Jungspinnen können sich, bei guter Fütterung,
alle paar Wochen heuten. Mit zunehmenden Lebensalter
vergrößern sich die Zeitspanne zwischen den Häutungen. Eine
ausgewachsene, weibliche (adulte) Vogelspinne häutet sich im
Normalfall nur noch einmal im Jahr. Männliche Vogelspinnen
häuten sich nur bis zur Geschlechtsreife und danach in der
Regel nicht mehr. Ihre letzte Häutung ist die so genannte ,,Reifehäutung
bzw. Geschlechtshäutung".
Je jünger die Spinne ist, umso
schneller ist die Häutung vollzogen. Nymphen und Jungspinnen
häuten sich innerhalb einiger Minuten. Die Dauer einer
Häutung steigt mit dem Alter an und liegt
durchschnittlich zwischen 3 und 6 Stunden.
Einige Tage, bei manchen Vogelspinnen oft
sogar Wochen und Monate vor der Häutung, zieht die Spinne sich mehr
und mehr zurück, wird immer inaktiver und stellt schließlich die
Nahrungsaufnahme ein. Jungspinnen bilden da eine Ausnahme, sie
können auch einige Stunden vor der Häutung noch etwas fressen.
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| In diesem Zeitraum vor der
Häutung, beginnt sich die alte Haut von der neuen abzulösen
(die Kutikula
löst sich von der Epidermis ab). Die innerste Schicht, die Endokutikula wird dabei abgebaut und der
flüssigkeitsgefüllte Spaltraum entsteht. Die neu gebildete
Haut muss größer sein als die bisherige, und daher liegt sie
noch in Falten auf der Epidermis. Bei der Häutung werden
auch alle Organe die mit der Außenwelt in Kontakt stehen mit
gehäutet. Das sind unter anderem Teile des Saugmagens, die
Fächerlungen und die Spermathek. Entsprechend enthält die
Exuvie all diese Details. Die Sinnesorgane der Spinne werden
neu gebildet, während die alten Haare noch
vollfunktionsfähig bleiben. Zwischen die Häute dringt die so genannte
Exuvialflüssigkeit, die die unterste Schicht der alten Haut auflöst.
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Auf den beiden linken
Fotos einer Brachypelma smithi, die ihre Abdominalbrennhaare
z.T.
abgestreift hat, ist dieser Vorgang deutlich zu erkennen: Die
"Glatze" färbt sich bläulich-schwarz.
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Es ist ratsam, durch besprühen der
Pflanzen und des Bodens die Luftfeuchtigkeit auf ca. 70% zu
erhöhen, um den Häutungsvorgang für die Spinne zu
erleichtern. Bodenbewohnende Arten
fangen an, den Boden einzuweben, spätestens da weis man, das
eine Häutung kurz bevor steht.
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Zur Häutung dreht
die Spinne sich auf den Rücken und bleibt dann regungslos liegen. Im Inneren wird die Hämolymphe in den Vorderleib gepumpt. Der Druck steigt auf
über 40 kPa. Unter normalen Umständen verträgt die Kutikula
Drücke bis zu 100 kPa, doch da die alte Haut in sich brüchig
ist,
platz sie rund um den Carapax ab. Nun wird das Blut in den
Hinterleib gepresst, und die Kutikula reißt an den
Längsseiten weiter. Durch das Umpumpen nimmt der Druck im
Vorderkörper und den Beinen stark ab, und die neuen Beine
lockern sich in der alten Kutikula. Die Haare stehen wie
Widerborsten von der Haut ab und verhindern ein
zurückrutschen. Mit Muskelkraft schiebt die Spinne die Haut
nun von den Beinen. Ist auch das geschafft dreht sich die
Spinne auf den Bauch. Nach
einer Weile beginnt sie die Beine zu strecken und bewegt
sachte alle neuen Glieder. Die Gelenke und Cheliceren sind
noch weich und fast weiß, sie härten erst mit der Zeit aus.
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Während der Häutung ist die Spinne völlig
wehrlos, und Störungen oder falsche Haltungsbedingungen können hier
zum Tode der Spinne führen. Aus diesem Grund sollten sich
keine Futtertiere wie z.B. Grillen, Heimchen oder Heuschrecken im
Terrarium befinden. Sie könnten während der Häutung zur Gefahr für
die Spinne werden, indem sie diese anfressen und ihr somit
lebensbedrohliche Verletzungen zufügen. Auf keinen Fall sollten die
Spinne während der Häutung umgedreht werden, da die Tiere dies in
der Regel nicht überleben würden.
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In ihrer Wohnhöhle weben sie sich einen dichten
Teppich, auf dem die Häutung stattfindet. Steht die Häutung
unmittelbar bevor, dreht die Spinne sich auf den Rücken und bleibt
so einige Stunden liegen. |
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Sobald die alte Haut abgestreift wurde, wird sie zur
Seite geworfen und „erstmal“ liegen gelassen. Die Spinne
bleibt noch einige Zeit auf dem Rückenliegen und wir eine
Art Gymnastik für die Beine machen. Anschließend wird sie
sich wieder umdrehen und sich flach auf dem Boden ausbreiten
und die Beine von sich strecken. [Foto: Häutung, B. smithi
in ihrer Wohnhöhle] |
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Auf dem Foto
ist eine Brachypelma smithi einige Stunden nach der Häutung bei
"Dehnübungen" zu sehen. Da das Exoskelett jetzt noch „weich“
und „formbar“ ist, kann das Tier nur in dieser Phase durch
einen "Wachstumsschub" an Größe gewinnen.
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Nach der Häutung sind die
Farben der Vogelspinne viel intensiver und bei ,,Bombadier-Vogelspinnen"
sind die Brennhaare auf dem Rücken wieder nachgewachsen.
Erstaunlicherweise werden nach der Häutung sogar verloren gegangene
Beine wieder neu gebildet, welche aber erst nach mehreren Häutungen
wieder vollständig ersetzt sind.
Nach etwa einer Woche
sind auch die Chelizeren so weit ausgehärtet, dass die Spinne damit
wieder auf Beutefang gehen kann. In den ersten 5 Tagen sollte
deshalb prinzipiell auf die Zugabe von Futtertieren verzichtet
werden, da sich die Spinne bei der Verteidigung ihre noch weichen
Chelizeren ernsthaft beschädigen könnte.
Beobachtete
Häutungen Brachypelma smithi
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| 14.01.2005 (Kauf 07.01.05) |
24.03.2005 (nach 69 Tagen) |
08.06.2005 (nach 76 Tagen) |
| Carapaxlänge: 07,20 mm |
Carapaxlänge: 09,80 mm |
Carapaxlänge: 11,30 mm |
| Carapaxbreite: 06,10 mm |
Carapaxbreite: 07,60 mm |
Carapaxbreite: 10,10 mm |
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| 12.09.2005 (nach 96 Tagen) |
19.03.2006 (nach 188 Tagen) |
Häutung vom 19.03.2006 |
| Carapaxlänge: 13,80 mm |
Carapaxlänge: 15,70 mm |
Keine Spermathek erkennbar |
| Carapaxbreite: 12,20 mm |
Carapaxbreite: 14,80 mm |
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| 13.11.2006 (nach 239 Tagen) |
09.08.2008 (nach 635 Tagen) |
19.08.2009 (nach 375 Tagen) |
| Carapaxlänge: 18,50 mm |
Carapaxlänge: 21,50 mm |
Carapaxlänge: 23,00 mm |
| Carapaxbreite: 16,50 mm |
Carapaxbreite: 18,00 mm |
Carapaxbreite: 21,00 mm |
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Die roten Zahlen in der linken Grafik stellen
das Alter der VS da. Mit zunehmenden Alter nimmt die
Häufigkeit der Häutungen ab. Nach 5 2/3 Jahren (ab
Kaufdatum der VS) fand am 19.08.2009 die 8. Häutung statt.
Da dies die Reifehäutung war (äußere männliche Geschlechtsmerkmale [Bulben] erkennbar) ist dies im Regelfall die
letzte Häutung im Leben der männlichen Vogelspinne. Es vergingen
375 Tage (ca. 1 Jahr)
seit der vorherigen 7. Häutung. Die restliche Lebenserwartung nach der Reifehäutung liegt zwischen 3 Monaten und einem Jahr.
Weibliche Vogelspinnen können bis zu 30 Jahre alt werden und
häuten sich nach der Geschlechtsreife im Regelfall jährlich. |
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